Vereinsgeschichte


WEICHSELN: "DIE HERBEN VERWANDTEN DER KIRSCHEN"

Weichseln haben einen höheren Anteil an Fruchtsäuren als Kirschen und schmecken deshalb saurer und herber als ihre süßen Schwestern. Weichseln sind für die Verarbeitung bestens geeignet, da hier ihre aromatische Säure voll zur Geltung kommt. Weichselmarmelade, Kompott oder eingelegt im Rumtopf..... Wer schätzt nicht all diese Spezialitäten?
Es gibt auch Sorten, die als Frischobst herrlich schmecken und gerne "vernascht" werden.

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Tabellenübersicht

1924 1925 1927 1928 - 1938 1939 - 1945
1946 - 1958 1959 1960 1966 - 1969 1970 - 1971
1974 1977 - 1982 1983 - 1987 1988 - 1994 1994 - 1996
1997 1998 1999 2000-2006 2007
2008 2009 2010    
Die Obmänner Herkunft Otto Willmanngasse      

1924

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Gründungsjahr des Kleingartenvereins!
Einige Pächter unter der Führung von Herrn Karl Mochal beschließen, die "wilde Anlage" durch Gründung eines Vereins in ihrem Bestand zu sichern. Statuten werden aufgestellt und der Vereinsbehörde unter dem Namen "Kleingartenverein Weichselgarten" gemeldet. Der Name Weichselgarten wird in Erinnerung an die Vorkriegsnutzung gewählt. Der Kleingartenverein wird mit 9. März 1924 von der Vereinsbehörde genehmigt.


1925

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Nachbargrundstücke, die als Fabrikanlagen von Arbeitern dieser Fabriken bewirtschaftet werden, sowie ein Grundstück von Baron Drasche, das einige Familien bewirtschaften, werden in den Verein eingegliedert. Die Kleingärten dürfen zur Selbstversorgung mit Obst, Gemüse und Kartoffeln verwendet werden, ein gewerbsmäßiger Verkauf von Bodenprodukten ist untersagt. Gestattet ist die Einrichtung unbewohnbarer, ebenerdiger Kleinbauten mit höchstens 10 m⊃2; verbauter Fläche.


1927

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Die Gemeinde Wien erwirbt die Gründe. Aus diesem Anlass beschließt die Vereinsleitung, mit der Aufschließung der Gründe und Neuparzellierung der Anlage zu beginnen. Die Parzellen erhalten ein Ausmaß von etwa 200 m⊃2;, Gemeinschaftswege werden angelegt, eine einheitliche Außeneinfriedung und die Erneuerung der Wasserleitung mit Abzweigung in jede Kleingartenparzelle werden in Angriff genommen.


1928 - 1938

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Der Verein besteht aus 185 Vereinsmitgliedern, mit Familienangehörigen sind es 599 Personen. Die Pächter sind verpflichtet die Grünflächen rationell zu bewirtschaften, die Errichtung von Baulichkeiten, selbst einfacher "Lusthäuschen" ist an die Zustimmung der städtischen Kleingartenstelle gebunden. Der Bestand an Obstbäumen erhöht sich von 1.296 im Jahre 1928 auf 4232 im Jahre 1938 und zeigt, dass sich die Vereinsmitglieder vorwiegend mit dem Obstbau beschäftigen. In der Anlage werden außerdem Hasen, Hühner, Wassergeflügel, Tauben und Bienenvölker gehalten.


1939 - 1945

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Ein Teil der Anlage soll geräumt werden, um Raum für Lagerplätze zu schaffen. Durch Verhandlungen gelingt es jedoch, die Anlage in ihrer Größe zu erhalten. Im Zweiten Weltkrieg leidet die Anlage schwer. Bomben verwandeln die Anlage in eine Kraterlandschaft, Hütten werden aufgebrochen oder zerstört, der Außenzaun weist schwerste Schäden auf. Auch das Vereinsarchiv gerät durch die Kriegswirren in Verlust, so dass die Chronik nur schwer rekonstruiert werden kann. Es gibt keine Vereinsleitung und keine Funktionäre. Erst im Juni 1945 beschließen einige Männer den Verein neu zu organisieren und eine Vereinsleitung aufzustellen. Die neu gewählten Funktionäre versprechen, nach besten Kräften die Wiederaufbauarbeiten in Angriff zu nehmen.


1946 - 1958

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Es gibt noch viele Probleme zu lösen, nur der Einsicht der Mitglieder und deren Liebe zum Garten ist es zu danken, dass die Anlage "Weichselgarten" ihren Fortbestand hat. Der Ertrag aus Obst- und Gemüsebau sowie die Kleintierhaltung tragen wieder wesentliche zur Aufbesserung der Lebensmittelrationen bei, die "Kriegsgemüsegärten" bewähren sich zum zweiten Mal.


1959

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Im Zuge der aufstrebenden wirtschaftlichen Entwicklung erfolgt allmählich die Wandlung vom Obst- und Gemüsegarten zum Erholungsgarten. Der Gesetzgeber trägt auch dem - durch Herausgabe eines Wiener Kleingartengesetzes - Rechnung.


1960

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Mit Bescheid vom 19. April 1960 werden von der Sicherheitsdirektion für Wien, Büro für Vereinsangelegenheiten, die neuen Statuten als Grundlage des rechtlichen Bestandes der Kleingartenvereins genehmigt.


1966 - 1969

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Mit Beschluss des Gemeinderates vom 11. März 1966 wird die Flächenwidmung "GRÜNLAND - Kleingartengebiet" für die Gruppe I ausgesprochen und mit Plandokument 4304 vom 4. April 1966 bekannt gegeben. Die Vereinsleitung bemüht sich, dieser Widmung gerecht zu werden. Die Wasserleitung wird erneuert, die Einleitung des elektrischen Stromes wird in Auftrag gegeben und die Wege werden asphaltiert. Mit 1. Dezember 1967 treten die Bestimmungen des Generalpachtvertrages zwischen Stadt Wien und dem Zentralverband der Kleingärten für den Kleingartenverein "Weichselgarten" über eine Grundfläche im Gesamtausmaß von 23.442 m⊃2; in Kraft. Der jährliche Pachtzins beträgt S 0,14 pro m⊃2;. Im Jahre 1969 beginnt der Neubau des Vereinshauses.


1970 - 1971

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Die Gruppe III mit 29 Parzellen muss einem Bundessport- und Spielplatz weichen. Die Firma Beiersdorf will die Gründe der Gruppe I für eine Firmenerweiterung erstehen, doch da es für den Verein bereits eine Widmung gibt kommt dieser Plan nicht zustande. Die Benützungsbewilligung für das Vereinshaus wird erteilt uns sein Einheitswert auf den 1. Jänner 1971 mit S 27.000,- festgestellt. Der Pachtzins wird auf S 1,13 pro m⊃2; und Jahr erhöht. Erfreulich ist die vielfältige Vogelwelt der Anlage. Der Schutz der Vögel und Nistplätze ist daher immer wieder ein besonderes Anliegen der Vereinsleitung.


1974

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Auf dem Südhang des Laaerberges wird für die Internationale Gartenmesse WIG 1974 ein Landschaftspark angelegt. Die Gartengestaltung und die vielen Anpflanzungen bringen auch unseren Kleingärtnern viele Anregungen.


1977 - 1982

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Auch die Gruppe II geht der Anlage "Weichselgarten" verloren, die Grundstücke sind für die Errichtung einer "Höheren Technischen Bundeslehr- und Versuchsanstalt" freizumachen. Die betroffenen Mitglieder verlieren durch diese Räumung jenen Platz, den Sie durch viel Einsatz an Kraft, Geld und vor allem Liebe zur Natur oft ein halbes Leben lang geformt haben. Die Größe der Anlage beträgt nur mehr 16.345 m⊃2;, vor 1938 waren es 44.853 m⊃2; und im Jahre 1971, nach dem Bau der Grenzackerstraße und Absiedlung der Gruppe III, 33.257 m⊃2;. Von ursprünglich 185 Parzellen verbleiben nur mehr 60. Zwölf Parzellen werden zumeist aus Altersgründen zurückgegeben und an neue Unterpächter überschrieben. Das Vereinshaus wird adaptiert, es wird begonnen Wasserzähler zu installieren und die Wege werden teilweise neu asphaltiert. Die Kleingartengesetzgebung erlaubt eine verbaute Fläche von maximal 35 m⊃2; Grundfläche.


1983 - 1987

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Weitere sechs Unterpächter treten zurück und die Parzellen werden neu vergeben. Im Jahre 1987 wird der Generalpachtvertrag zwischen Stadt Wien und dem Zentralverband der Kleingärtner für die Kleingartenanlage "Weichselgarten" auf eine Pachtfläche von insgesamt 16.415 m⊃2; abgeändert und neu festgelegt.


1988 - 1994

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Der "Generationswechsel" in der Anlage hält weiter an, weitere 20 Gärten werden zurückgegeben und an neue Unterpächter überschrieben. Das Bundeskleingartengesetz wird geändert und am 28. Februar 1990 vom Nationalrat beschlossen. Im Jahre 1994 wird die Umwidmung der Kleingartenanlage in "Erholungsgebiet Kleingarten ganzjährig Wohnen (Ekl-W)" im Wiener Gemeinderat beschlossen. Durch diese Widmung ist die Kleingartenanlage "Weichselgarten" in ihrem Bestand gesichert. Basis ist ein zivilrechtlicher Vertrag zwischen Gemeinde Wien und dem Zentralverband der Kleingärtner, der ein Kündigungsverzicht der Gemeinde Wien auf 80 Jahre beinhaltet. Einziger Kündigungsgrund wäre die Nichtbezahlung des Pachtes. Der Pachtschilling wird auf S 7,- pro m⊃2; erhöht.


1994 - 1996

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Sowohl auf Grund der Verpflichtung aus der Ekl-W-Widmung als auch auf Wunsch der Unterpächter und durch Unterstützung des Zentralverbandes werden zur kompletten Aufschließung der Anlage folgende Arbeiten ausgeführt:

- Errichtung eines Kanalnetzes mit Anschluss an das öffentliche Kanalnetz
- Errichtung einer winterfesten Wasserleitung
- Errichtung einer Telefonverrohrung und Telefonanschlüsse
- Errichtung einer Brieffachanlage
- Aufschließung mit Erdgas
- Künetten- und Weginstandsetzung mit Anlegung eines Schotterbanketts

Das Wiener Kleingartengesetz erlaubt die Errichtung von Kleingartenwohnhäusern mit einer maximalen Verbauungsfläche von 50 m2;. Damit sind alle Voraussetzungen für ein ganzjähriges Wohnen in der Anlage geschaffen. Zwei Unterpächter machen davon Gebrauch und gründen in der Anlage ihren ordentlichen Wohnsitz. Der guta alte Schrebergarten hat sich endgültig in einen Zier- und Erholungsgarten für gestresste Menschen unserer Zeit gewandelt und ist außerdem zu einem grünen Wohnraum geworden. Verbunden damit ist aber auch eine rege Bautätigkeit von Kleingartenwohnhäusern. Die Funktion des Gartens als grüne Oase inmitten der Großstadt bleibt jedoch erhalten. Die Verjüngung der Vereinsmitglieder hält an, weitere acht Unterpächter treten zurück. Die frei werdenden Parzellen werden vorwiegend an junge Familien vergeben, deren Kinder in einer naturnahen Umgebung aufwachsen können.


1997

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Es besteht die Möglichkeit zum käuflichen Erwerb des Gartengrundes. Als Voraussetzung dafür wird die Vermessung der Anlage und die erstellung eines Teilungsplanes zur Innenaufteilung in Auftrag gegeben. Damit werden gleichzeitig auch die bisher in den Unterpachtverträgen falsch angegebenen Grundstücksgrößen berichtigt.


1998

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Das Wiener Kleingartengesetz wird geändert, Kleingartenwohnhäuser dürfen nunmehr bis zu einer Gesamtkubatur von 250m³ errichtet werden. Der fertiggestellte Teilungsplan der Kleingartenanlage "Weichselgarten" und die Grundabteilung wird durch die Gemeinde Wien, MA 64, genehmigt, der diesbezügliche Bescheid ist ab 5. August 1998 rechtskräftig. Fünf weitere Unterpächter, insgesamt somit sieben, haben "ständiges Wohnen" in der Anlage begründet. Im Vereinshaus werden neue, moderne Fenster und eine neue Eingangstüre eingebaut.


1999

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Ein Jubiläumsjahr für den Kleingartenverein, da er sein 75jähriges Bestehen feiern kann. Aus diesem Anlaß ist die Erneuerung des Außenzaunes, vor allem entlang der Grenzackerstraße, die Erneuerung der Wegbeleuchtung und eine weitere Renovierung am und im Vereinshaus geplant. Mit einem im Sommer stattfindenden Vereinsfest ist auch das Jubiläum des Vereins gefeiert worden.


2000-2006

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Ergänzungen 2000-2006 in Arbeit


2007

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Im Mai 2007 legt der gesamte bisherige Vereinsvorstand seine Funktionen zurück.
Seit 1991 führte Hr. Hermann Gsandtner mit seinem Team den Vereinsvorstand der Kleingartenanlage Weichselgarten.
Zu dieser Leistung möchten wir Ihm besonders gratulieren.

Um auch am modernen Medienmarkt "anwesend" zu sein, tritt unser Verein erstmals am 12. Mai 2007 im Internet auf.

Der neuer Vereinsvorstand beginnt das etwas in die Jahre gekommene Vereinshaus zu sanieren.
Bereits am 16.06.2007 - zur ersten Veranstaltung des neuen Vereinvorstandes - Tag der Blume, wurden bereits einige Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

Unsere Vereinsfest (Sommerfest) 2007 wurde von den Vereinsmitgliedern sehr gut aufgenommen.
Eine ins Leben gerufene Vinothek und die neue Strategie "Service bis zum Tisch" hat allen Besuchern auf anhieb gefallen.

Zum Saisonausklang veranstalteten wir eine Bildungsfahrt mit anschließenden Besuch beim Heurigen Frühwirth in Teesdorf.
Im Herbst des Jahres wird das neu adaptierte Vereinshaus erstmals von unseren Vereinsmitgliedern begutachtet und auch gelobt.

Im Oktober 2007 wurde der "Sparverein Weichselgarten" gegründet, und steht seinen Mitgliedern im
2 Wochenrythmus für Ein- und Auszahlungen zur Verfügung.


2008

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Ergänzungen 2008 in Arbeit


2009

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Ergänzungen 2009 in Arbeit


2010

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Ergänzungen 2010 in Arbeit


Die Obmänner des KGV Weichselgarten

1924 - 1945 Karl Mochal
  Franz Gönner
  Karl Leo / mehrmals
  Heinrich Diederich / mehrmals
  Alois Bründler
  Franz Rainisch
1945 - 1948 Johann Weiss
1948 - 1951 Ludwig Hermann
1952 - 1953 Ferdinand Prendinger
1954 - 1961 Franz Pani
1962 - 1986 Franz Loimer
1987 - 1990 Max Sinzinger
1991 - 2007 Hermann Gsandtner
2007 - Michael Gutmann

Dr. Otto Willmann


Dr. Otto Willmann Bildquelle unbekannt

* 24. 4. 1839 Lissa (Leszno, Polen),
† 1. 7. 1920 Leitmeritz (Litoměřice, Tschechische Republik),
katholischer Philosoph und Pädagoge. 1872-1903 Professor in Prag;

Er studierte in Breslau und Berlin Philologie, sowie in Leipzig Pädagogik. Ab 1872 lehrte er an der Deutschen Universität Prag. Er war ein Vertreter der Positionen Johann Friedrich Herbarts.
Dr. Otto Willmann war vermutlich der bedeutendste Pädagoge des alten Österreich.
Er bemühte sich um eine philosophische Begründung der Pädagogik.
Sein Gesamtwerk hat enzyklopädische Ausmaße und behandelt Themen auch weit abseits der Pädagogik.

Seine Lehren hatten nachhaltigen Einfluss auf die Pädagogik.

1974 wurde die Otto-Willmann-Gasse in Wien-Favoriten nach ihm benannt.